Fischerpullover — aus Irland, Norwegen und von der Ostsee

· Die Werkstatt Handmade Heaven

Traditioneller Fischerpullover aus ungefärbter Schafwolle in Naturfarbe

Der Fischerpullover ist eines der wenigen Kleidungsstücke, das allein aus der Not heraus entstand — und genau deshalb nie aus der Mode kommt. Grobe Schafwolle, dichtes Strickbild und kein einziges Ornament ohne Funktion. Hier die kurze Geschichte eines Schnitts, den wir seit 150 Jahren tragen.

Woher kommt der Fischerpullover?

Die Fischer Nordeuropas brauchten Kleidung, die auch nass wärmt, den Wind abhält und die Bewegung nicht einschränkt beim Einholen der Netze. Die Antwort war Schafwolle mit belassenem Lanolin — dem natürlichen Wollwachs, das Wasser abweist — und ein dichtes, grobes Strickbild, von den Frauen und Müttern der Fischer von Hand gestrickt.

Irisch, norwegisch, Guernsey — wo liegt der Unterschied?

  • Irischer Pullover (Aran) — der bekannteste: cremefarbene, ungefärbte Wolle und reliefartige Zöpfe. Der Legende nach hatte jede Familie der Aran-Inseln ihr eigenes Zopfmuster. Eine schöne Geschichte, wenngleich Historiker skeptisch sind — die Zöpfe verdicken vor allem das Strickbild und erhöhen die Isolierung.
  • Norwegischer Pullover — dünner, dafür in Jacquardtechnik gestrickt: zweifarbige Muster (Sterne, Schneeflocken, „Lusekofte“) bilden eine doppelte Wollschicht, die zusätzlich wärmt.
  • Guernsey (Gansey) — der englische Urvater: sehr dichtes, glattes Strickbild mit feinen Mustern nur am Passe, nahezu winddicht.
  • Und von der Ostsee? Polnische Fischer trugen schlichte Pullover aus roher Schafwolle in den natürlichen Farben des Vlieses — ohne Verzierung, dafür unverwüstlich.

Warum Schafwolle und nicht Merino?

Beim Fischerpullover ist die Rauheit ein Vorteil. Grobe Schafwolle ist beständiger gegen Reibung und Nässe als feines Merino, und das Lanolin verleiht ihr eine natürliche Wasserabweisung. Es ist ein Pullover zum Tragen über Hemd oder Rollkragen, nicht auf nackter Haut — und für besondere Aufgaben: Segeln, Berge, Lagerfeuer, Herbstspaziergang am Meeresufer.

Der Fischerpullover heute — für Damen und Herren

Heute trägt man den Fischerpullover weit weg vom Kutter: oversized zu Jeans, klassisch unter der Wachsjacke, als Damenmodell zum Mantel. Unseren Fischerpullover „Ostsee“ stricken wir von Hand aus ungefärbter Wolle polnischer Schafe — in Naturweiß, -braun und -grau, in den Größen M bis XXL. Und wenn Sie eine Version mit Aran-Zöpfen oder eine andere Farbe wünschen — wir stricken ihn nach Maß.


Sie wissen nicht, wie man einen Pullover aus roher Wolle pflegt? Sehen Sie sich unseren Ratgeber Wollpullover waschen an.